Nr. 0123
Bei einer Versammlung mit dem Titel „Solidarität mit Rojava und der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens“ kam es gestern Nachmittag in Wedding zu Flaschen- und Steinwürfen. Nach derzeitigem Kenntnisstand versammelten sich auf der Müllerstraße gegen 15:15 Uhr zunächst rund 120 Personen. Der Aufzug setzte sich mit 350 Teilnehmenden und Sprechchören gegen 15:50 Uhr in Richtung Schulstraße in Bewegung. Aus dem Aufzug heraus wurden in der Schulstraße Steine und weitere Gegenstände in Richtung eines angrenzenden Wohngebäudes geworfen, bei dem aus einer Wohnung eine türkische Fahne gehangen haben soll. Aus dieser Wohnung soll außerdem der sogenannte Wolfsgruß gezeigt worden sein. Es kam zu weiteren Würfen von Flaschen, darunter mindestens eine Glasflasche, und Holzlatten, in deren Folge eine Flasche einen Polizeibeamten am Kopf traf. Er konnte seinen Dienst fortsetzen. Im weiteren Verlauf nahmen Einsatzkräfte fünf Versammlungsteilnehmende vorläufig fest, von denen
drei von ihnen der Versammlung verwiesen wurden. Der Aufzug erreichte mit rund 650 Teilnehmenden gegen 17:20 Uhr den Zielort an einem Einkaufscenter in der Badstraße, wo ihn der Versammlungsleiter kurz danach für beendet erklärte. Im Zusammenhang mit der Versammlung leiteten die Einsatzkräfte vier Strafermittlungsverfahren ein – zwei wegen des Verdachts der Körperverletzung und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und zwei wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs. Während die Ermittlungen zu den ersten beiden Verfahren vom zuständigen Abschnittskommissariat der Polizeidirektion 1 (Nord) geführt werden, übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die weiteren Ermittlungen zu den Landfriedensbrüchen.