Neukölln/Tempelhof-Schöneberg
Nr. 0164
In Tempelhof endete gestern Mittag für einen Mann die Flucht vor der Polizei in Handschellen. Gegen 12:50 Uhr beobachteten Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 55 in der Rollbergstraße in Neukölln einen Autofahrer bei einer begangenen Verkehrsordnungswidrigkeit. Als die Polizisten das Vergehen ahnden und eine Fahrzeugüberprüfung in der Hermannstraße durchführen wollten, beschleunigte der Mann und flüchtete vor den Kräften. Auf seiner Flucht über die Werbellinstraße, die Straße Am Sudhaus, die Rollbergstraße, die Mainzer Straße und die Biebricher Straße beging der Fahrer weitere Verkehrsordnungswidrigkeiten und gefährdete andere Verkehrsteilnehmende. An der Hermannstraße brach der Sichtkontakt der Polizeibeamten zu dem flüchtenden Autofahrer vorerst ab. Am Tempelhofer Damm Ecke Thuyring stellten die Einsatzkräfte etwas später den flüchtigen Audi, der in Fahrtrichtung BAB 100 im Stau stand, fest. Als sich die Besatzung des Funkstreifenwagens dem Audi näherte,
raste der Fahrer über die Mittelinsel in den Gegenverkehr, wo ihm mehrere Fahrzeuge ausweichen mussten, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Unter der Autobahnbrücke am Tempelhofer Damm stieß der Flüchtende mit einem Opel, einem VW und einem Mercedes zusammen. Danach stieg er aus dem Auto und flüchtete zu Fuß in Richtung Alt-Tempelhof. Die Einsatzkräfte rannten ihm hinterher und nahmen den 23-Jährigen auf Höhe der Ringbahnstraße gegen 13:45 Uhr fest. Weitere Ermittlungen am Einsatzort ergaben, dass der Festgenommene nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist und dass die befestigten sowie sich unterscheidenden Kennzeichen nicht zum Audi gehören. Der Tatverdächtige kam in ein Polizeigewahrsam. Nachdem er dort erkennungsdienstlich behandelt und ihm Blut entnommen wurde, kam er wieder auf freien Fuß. Bei dem Verkehrsunfall trugen die 30-jährige Opel-Fahrerin und der 70-jährige Mercedes-Fahrer Armverletzungen davon und kamen zur ambulanten Behandlung in
Krankenhäuser. Ebenfalls in ein Krankenhaus kam die 35 Jahre alte VW-Fahrerin, die nach erlittener Bauchverletzung stationär aufgenommen wurde. Der Audi-Fahrer erlitt keine Verletzungen.
Am Unfallort blieben beide Fahrtrichtungen zwischen den Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle Tempelhofer Damm bis etwa 17:40 Uhr gesperrt. Davon war auch der Busverkehr der BVG-Linien 140 und 184 betroffen. Der Audi wurde zum Zwecke der Beweissicherung beschlagnahmt. Der 23-Jährige muss sich nun wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, diverser Straßenverkehrsgefährdungen, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Nötigung im Straßenverkehr, der Verkehrsunfallflucht, der fahrlässigen Körperverletzung, der Urkundenfälschung, des Kennzeichenmissbrauchs und des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten. Das Verkehrsunfallkommando der Polizeidirektion 5 (City) übernahm die weiteren Ermittlungen am Unfallort und wurde vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes unterstützt.