Nr. 0060
Gestern Abend kam es vor Beginn des Fußballspiels Hertha BSC gegen FC Schalke 04 im Olympiastadion zu erheblichen Ausschreitungen. Bereits während der Einlassphase wurden Polizeikräfte gegen 18:35 Uhr am Osttor durch Teile der Fanszene von Hertha BSC verbal aggressiv beschimpft. In diesem Zusammenhang wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Dazu kam es durch die Einsatzkräfte zur Anwendung von unmittelbarem Zwang in Form von Schieben und Drücken. Nachdem die Gruppe dann den Einlass passierte, weigerte sie sich, weiter in Richtung Stadionvorplatz zu gehen, da sie dafür am Ort stehende Polizeikräfte hätte passieren müssen. Die Einsatzkräfte blieben am Ort und die Gruppe beendete schließlich die Störaktion und bewegte sich in Richtung Ostkurve und erreichte die dortige Hertha-Fanzone.
Um kurz nach 19 Uhr erhielten Polizeieinsatzkräfte durch einen unbekannt gebliebenen Fan den Hinweis, dass sich etwa 100 Personen der Fanszene von Hertha BSC im Blockzugang zur Ostkurve versammelt und Schutzbewaffnung in Form von Handschuhen und Vermummung angelegt haben sollen. Etwa zeitgleich teilte der Sicherheits- und Ordnungsdienst Polizeieinsatzkräften mit, dass ein Schalke-Fan, der sich mutmaßlich im Blockzugang zur Ostkurve verirrt habe, körperlich attackiert worden sein soll. Im Verlauf der polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen versuchten Teile der gewaltbereiten Hertha-Fanszene die Gitter des Blockzugangs gewaltsam zu schließen, um offenbar Polizeikräften den Zugang zu verwehren. Darüber hinaus kam es zu zahlreichten Glas- und Plastikflaschenwürfen auf Polizeieinsatzkräfte aus der Menschenmenge heraus mit Treffern. Die Einsatzkräfte setzen daraufhin Pfefferspray und körperlichen Zwang ein, um dieses zu unterbinden. Aufgrund der schweren
Widerstandshandlungen wurde darüber hinaus der Mehrzweckstock eingesetzt. Die Einsatzkräfte wurden mit Fahnen- und Holzstangen sowie mit Stuhlverankerungen angegriffen und geschlagen. Darüber hinaus erfolgten Würfe von Absperrgittern und Metallmülleimern auf die Einsatzkräfte. Insgesamt wurden fünf Personen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs festgenommen und die Lage beruhigte sich gegen 19:30 Uhr.
Im Verlauf der Auseinandersetzungen erlitten 31 Personen der Hertha-Fanszene und 21 Polizeidienstkräfte leichte Verletzungen. Der Sanitätsdienst des Veranstalters übernahm die Erstversorgung, vorwiegend wegen Atemwegs- und Augenreizungen. Alle Einsatzkräfte verblieben im Dienst. Es wurden in diesem Zusammenhang fünf Strafanzeigen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen. Alle Festgenommenen kamen nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
Kurz nach Beginn des Fußballspiels wurde im Bereich des Unterrings der Ostkurve ein Banner mit polizeifeindlichen Slogan hochgehalten und es wurden wiederkehrend polizeifeindliche Sprüche skandiert. Gegen 20:45 Uhr verließ ein größerer Teil der Fanszene von Hertha BSC die Ostkurve und verließ das Stadion um sich geschlossen auf dem Olympischen Platz zu sammeln. Dort gaben die Personen polizeifeindliche Gesänge von sich. Später entfernten sie sich vom Ort.