Polizeibericht

Reizgas in Straßenbahn gesprüht

Nr. 1271
Gestern Abend erlitten insgesamt zehn Personen in einer Straßenbahn in Johannisthal Verletzungen, nachdem dort Reizgas versprüht worden war. Gegen 18.30 Uhr sprühte ein bis dato noch unbekannter Junge nach Verlassen einer Tram der Linie 60 an der Haltestelle Sterndamm/ Pietschkerstraße/ Staudenweg, Reizgas in das Innere und flüchtete anschließend. Ein Zeuge nahm zuvor noch ein Foto des Jungen auf. Im Waggon befanden sich insgesamt drei Kinder und sieben Erwachsene, die eine Station später am Königsheideweg den Waggon mit Atemwegsreizungen und geröteten Augen verließen. Eine 61-jährige Frau musste durch die Besatzung eines alarmierten Rettungswagens vor Ort ambulant behandelt werden. Alle weiteren Personen lehnten eine ärztliche Behandlung zunächst ab.
Noch während der Anzeigenbearbeitung erschien eine Mutter mit ihrem elfjährigen Sohn auf der Wache des Polizeiabschnitts 65, der zuvor als vermisst gemeldet war. Diese Vermisstenanzeige wollte sie nun zurücknehmen, da der Elfjährige wieder da war. Dabei stellten die Beamten fest, dass es sich bei dem Jungen offenbar um das Kind handelte, welches das Reizgas in der Tram versprüht hatte. Im Beisein der Mutter darauf angesprochen, räumte der Elfjährige den Besitz eines Pfeffersprays ein und händigte es aus. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und nach Rücksprache mit der Mutter wurde das Kind nach eigenem Wunsch einem Kindernotdienst übergeben.

Originalquelle: www.berlin.de