Polizist bei Geschwindigkeitskontrolle durch Raser gefährdet

  • veröffentlicht am 21.04.2020 13:04 Uhr
  • Polizeibericht

Nr. 0948
Wegen zwei Rasern musste ein Polizist in der vergangenen Nacht bei einer Geschwindigkeitskontrolle in Neukölln beiseite springen. Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 55 führten in der Hermannstraße eine Geschwindigkeitsüberwachung durch, als kurz nach 1 Uhr ein Porsche-Fahrer mit weit überhöhter Geschwindigkeit angerast gekommen sein soll. Der mit einer Weitwarnweste bekleidete Polizist soll daraufhin auf die Fahrbahn gegangen sein, um den Fahrer mittels Polizei-Anhaltestab aufzufordern, sein Fahrzeug anzuhalten. Dieser hingegen soll zunächst das Tempo verringert, dann jedoch auf den Beamten zugefahren sein, der einen Sprung zur Seite machen musste, um nicht von dem Pkw erfasst zu werden. Hierbei prallte jedoch der in der rechten Hand befindliche Anhaltestab des Polizisten gegen das Fahrzeug. Im Pkw saß nach Angaben des Polizisten ein Mann, der jedoch davonraste und wenig später von Zivilkräften auf dem Columbiadamm in Höhe Golßener Straße gesehen wurde. Dort soll er bei Rot den Einmündungsbereich passiert und wenig später auch in Höhe Columbiadamm Ecke Friesenstraße eine rote Ampel missachtet haben. Durch die sehr hohe Geschwindigkeit des Fahrzeuges mussten die Einsatzkräfte die Verfolgung abbrechen. Die Fahndung nach dem Porsche-Fahrer dauert an. Gegen 1.20 Uhr wurde ein weiterer Raser mit 86 km/h bei erlaubten 30 km/h in einem Baustellenbereich angemessen. Auch der Fahrer des VW soll zunächst die Fahrt verlangsamt, dann jedoch mit aufheulendem Motor stark beschleunigt haben. Derselbe Polizist soll auf die Gegenfahrbahn ausgewichen sein, woraufhin der Fahrer des VW seine Fahrtrichtung korrigierte und auf den Beamten zufuhr, der abermals zur Seite springen musste, um nicht von dem Pkw erfasst zu werden. Sein Polizei-Anhaltestab prallte hierbei gegen die Windschutzscheibe des VW. Der Beame erlitt eine leichte Handverletzung, die zunächst nicht behandelt werden musste. Auch der Fahrer des VW raste davon und soll bei seiner Flucht mehrfach rote Ampeln missachtet haben. Einsatzkräften gelang es an der Kreuzung Grimmstraße Ecke Dieffenbachstraße sich neben das Fluchtfahrzeug zu stellen, sodass der Fahrer zunächst anhielt, kurz darauf aber wieder losfahren wollte und hierbei einen Einsatzwagen der Polizei rammte. Den Polizistinnen und Polizisten gelang es, den Fahrer im Alter von 18 Jahren zu stellen und ihn festzunehmen. Im Fahrzeug saßen zwei weitere Männer im Alter von 20 und 43 Jahren sowie eine 34-jährige Frau. Der Pkw sowie der Führerschein des Heranwachsenden wurden beschlagnahmt, der 18-Jährige einem Fachkommissariat der Polizeidirektion 5 überstellt. Im Fahrzeug fanden die Einsatzkräfte ein Messer, dass sichergestellt wurde. Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein zuvor in der Eschersheimer Straße stattgefundener Rettungseinsatz bei einem Mitglied einer arabischstämmigen Großfamilie in Zusammenhang mit den mutmaßlichen Rasern steht. Zeugen sollen zuvor beide Fahrzeuge dort gesehen haben. Auch ein wenig später erfolgter Auflauf von bis zu 60 Personen vor einem Krankenhaus in Kreuzberg wird in diesem Zusammenhang geprüft. Die Ermittlerinnen und Ermittler haben Strafermittlungsverfahren wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr eingeleitet.

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