Gemeinsame Meldung Polizei und Staatsanwaltschaft
Berlin
Nr. 0478
Nach intensiven Ermittlungen des Landeskriminalamtes und der
Staatsanwaltschaft Berlin zu einem schweren Bandendiebstahl und
Hehlerei wurden gestern 19 Durchsuchungsbeschlüsse
vollstreckt. Bisherigen Ermittlungen zufolge sollen drei
Männer am 8. Oktober 2017 gegen 21.30 Uhr in ein
Bekleidungsgeschäft in der Fasanenstraße in Wilmersdorf
eingebrochen sein und dort hochwertige Jacken entwendet haben,
deren Wert im mittleren fünfstelligen Bereich lag. Die
Ermittlungen führten zu einem damals 17-jährigen
Intensivtäter, einem ein Jahr älteren Intensivtäter und
einem damals 20 Jahre alten Mann als Tatverdächtige. Der
Ältere hat die deutsche Staatsangehörigkeit, die beiden
Jüngeren sind Angehörige arabischer Großfamilien mit
ungeklärten Staatsangehörigkeiten.
Den 20-Jährigen nahmen Polizisten bei einem versuchten
Einbruch in ein Mobilfunkgeschäft in der Breite Straße in
Spandau am 12. Oktober 2017 vorläufig fest. Einem Mittäter
war die Flucht gelungen. Vor dem Geschäft stand das
Fluchtfahrzeug, ein Audi A6, mit laufendem Motor. Der Wagen
wurde beschlagnahmt und zum Sicherstellungsgelände in die
Cecilienstraße gebracht. Der Festgenommene wurde zur
Gefangenensammelstelle gebracht, erkennungsdienstlich behandelt
und nach Abschluss der Maßnahmen nach Rücksprache mit dem
Bereitschaftsstaatsanwalt entlassen.
Nach der Tat war der beschlagnahmte Audi in der Nacht vom 13.
zum 14. Oktober 2017 vom Sicherstellungsgelände in der
Cecilienstraße gestohlen worden. Ende November wurde der Wagen
an einer Bundesstraße in Niedersachsen gefunden und
beschlagnahmt.
Der 18-Jährige war am 9. Januar 2018 als mutmaßlicher Verkehrsrowdy in der Fasanenstraße aufgefallen. Er soll Polizisten zunächst beleidigt haben und dann gezielt auf die in der Absperrung stehenden Polizisten zugefahren sein. Bei der anschließenden Festnahme soll der Autofahrer dann Widerstand geleistet haben. Sein Führerschein war beschlagnahmt worden. An diesem Tag war er unter anderem in Begleitung des damals 17-Jährigen, der im Verdacht steht, an dem Einbruch in das Bekleidungsgeschäft am 8. Oktober 2017 beteiligt gewesen zu sein.
Während der 17-Jährige, der nunmehr volljährig ist, eine Haftstrafe wegen eines Diebstahls antreten musste, nahmen Polizisten den 18-Jährigen am zurückliegenden Dienstag, 20. Februar 2018 an seiner Wohnanschrift fest. Es bestand wegen der am 9. Januar 2018 begangenen Straftaten ein Haftbefehl.
Neben den Wohn- und Aufenthaltsanschriften der drei Verdächtigen des schweren Bandendiebstahls wurden auch die Wohnungen von vier jungen Frauen wegen Hehlerei durchsucht. Bei den Maßnahmen an allen Anschriften war Beweismaterial, darunter auch am 8. Oktober 2017 entwendete Jacken, gefunden worden. Die Ermittlungen dauern an.
An den Durchsuchungsmaßnahmen waren rund 110 Beamte und Beamtinnen des Landeskriminalamtes Berlin, der Polizeidirektion 5 und einer Einsatzhundertschaft beteiligt. Unterstützt wurden die Kolleginnen und Kollegen von zwei Staatsanwältinnen, vier weiteren Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft Berlin und fünf Gemeindebeamten.